"Thintelligent" - "Dünntelligent" (nach Michael Crichton)

Nein, damit ist nicht gemeint, dass sich unser Denkvermögen reduziert sondern, dass wir weniger zukunftsorientiert denken und Konsequenzen weniger hinterfragen. Was hat das nun mit Kulturen zu tun?

Ganz einfach, wenn ich an den Rushhour Verkehr von Downtown zum Township in Namibia denke, dann ist dieser ähnlich ätzend wie unsere Großstadtstaus. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass dort kaum jemand wegen zwei Stunden Stau in Stress gerät. Das gleiche Phänomen lässt sich auch in Buenos Aires und Bangkok beobachten. 

Woher kommt nun die unterschiedliche Art mit solch einer Situation umzugehen? Eine Frau aus Namibia erzählte mir voller Stolz, dass sie sogar bei Regen zur arbeiten geht, um mir zu zeigen, wie fleißig sie ist. Eine Einstellung die für uns selbstverständlich ist.

Weshalb wir Deutschen von anderen häufig gestresster und hektischer wahrgenommen werden. Zum Beispiel ist eine marokkanische Freundin noch heute über die morgendliche Hektik in unseren Bäckern fassungslos.

Auffälliger ist deshalb in unserem Kulturkreis der Trend zur Entschleunigung und der Versuch sich weniger hetzen zu lassen. Auf der anderen Seite erzählte mir ein bekannter Nigerianer vor kurzem: „Elisabeth, der Stau macht mich krank, ab sofort fahre ich Fahrrad!“

Zeigen uns diese Beispiele eventuell, dass wir es schaffen die kulturell bedingten Einstellungen gegenseitig auszugleichen. Sprich, ist es möglich Menschen aus fremden, gelasseneren Kulturen einerseits in unsere "Zeit ist Geld"-Mentalität zu integrieren und auf der anderen Seite von ihrer Gelassenheit zu lernen?

Schon heute nutzen immer mehr Mitarbeiter ihre Gleitzeit, um die stressigen Verkehrssituationen auszugleichen und ärgern sich nicht einmal mehr darüber. Auch der Trend sonntags das Handy auszuschalten verbreitet sich rasenden und offline sein wird in westlichen Ländern als der neue Luxus betrachtet, während in Entwicklungsländern die Online-Rate kontinuierlich zunimmt.

Abschließend muss jedoch gesagt sein: Ausnahmen bestätigen die Regel. Während, es überpünktliche Afrikaner gibt, müsste meine Mutter eigentlich aus Zentralafrika stammen, denn was ich im Leben schon auf sie gewartet habe, geht auf keine „Kuhhaut“!